Das heutige Thema, wie versprochen, ist der rote Faden in einer Geschichte. Zumindest so, wie ich es mache.

Definition:
Ihr kennt das sicher alle. Wir erzählen etwas, beim Bier, im Freundeskreis, bei einer Familienfeier. Man kommt von Hölzchen auf Stöckchen, ist irgendwann an einer Stelle, an der man nicht zurückfindet. Was ist passiert? Man hat den Faden verloren. Den roten Faden.

Der rote Faden ist der Hauptstrang der Erzählung, quasi der Weg zum Ziel. Anfang, Mittelteil und Schluss in der Reihenfolge. Bei meinen Krimis ist es verhältnismäßig einfach. Ein Mord wird begangen, die Ermittler tun, wofür sie bezahlt werden, der Schuldige wird gefasst oder bekommt sein Fett wett.
Das zum Beispiel ist der rote Faden in „Almgold“. Was auch immer ich schreibe, die Richtung ist klar vorgegeben. Von links nach rechts, vom Mord zur Aufklärung.

Die Geschichte selbst wird rund um diesen roten Faden gesponnen. Personen, Ereignisse, Wendungen, alles wird den entsprechenden Positionen auf ihm zugeordnet. Sie bilden die Story. Das funktioniert aber nur, wenn ich immer wieder auf ihn zurückkomme. Andernfalls habe ich ihn verloren.

Der rote Faden ist in einer Erzählung ein Muss. Ohne geht es nicht. Das Gleiche gilt auch für Kapitel und Szenen. Andernfalls habe ich Handlungen, die ohne Erklärung passieren, Absichten der Figuren, die im Sande verlaufen. Eine Freundin, die zum Essen kommen will, aber nie erscheint. Ein Hund, der jemanden beißt, ohne das derjenige im nächsten Kapitel humpelt. Alles, was in einem Buch geschieht, ist ihm unterworfen. Alles muss zurück ins Glied, auf dem Weg zum Ziel, den vier Buchstaben „ENDE“.

Habe ich erst einmal die Struktur festgelegt, entwickle ich Szenen, die werden zu Kapiteln, die wiederum zu einem Buch. Wie die einzelnen Szenen entstehen, schreibe ich nächste Woche.

Euer Karel

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