Mein erstes Thema ist: Ideenfindung.

Für mich der einfachste Teil, für andere der wohl schwierigste. 

Wie komme ich auf Ideen, die es wert sind, daraus ein Buch zu kreieren. Was ist das ultimative Thema, das den Leser interessiert, was die eine gute Story?

Wichtig: Egal was, alles kann geeignet sein, wenn du nur willst.

Almtod entstand aus jemandes Erzählung über die Investoren auf der Postalm. Die Person meinte, nur der Geldgeber würde reich, die Almbauern und Hüttenbetreiber hätten das Nachsehen.

Bei Almgold war es eine Nachricht über ein neues Gesetz in der Schweiz. Es erlaubt den Banken, weiterhin mit den Einlagen aus der Nazizeit zu arbeiten.

Für das dritte Buch hat mich der Bericht eines Jägers inspiriert, der über eine Horde Motocross-Fahrer klagte. Monatelang waren sie auf der Postalm kreuz und quer herumgefahren. Bis man sie endlich geschnappt hat.

Aus dem Thema entwickelt sich ein roter Faden, den ich nach und nach mit Inhalt anfülle.

Ich habe in jedes Buch Anekdoten eingearbeitet. Anna – sie heißt tatsächlich so – erzählte vom Unterschied zwischen Bärlauch und Maiglöckchen, Karin von der Joseffieau. Hans von den Blumen, ein anderer von Hubschraubern. Die Sache mit dem Milchkaffee und dem Kaiserschmarrn habe ich selbst miterleben dürfen. Ich habe ein Notizbuch mit Kleinigkeiten, die ich irgendwann in eine Geschichte einarbeite.

Außerdem baue ich Dinge ein, die ich beobachte. Wie die Inspektorin mit angezogenen Beinen, die Arme fest um sie geschlungen, am Kamin sitzt, den Blick starr ins Feuer gerichtet. Ein dicker Mann, der Unsinn redet und als ›fülliger Schwachsinn‹ bezeichnet wird. Ein Mann, dem ich ansehen konnte, wie seine Medikamente aufhörten zu wirken. Eine Frisur, raspelkurzes Haar. Ein Gesicht, oval mit eng zusammenliegenden Augen. Ein Kissen, das nach einer Person riecht, die seit Monaten nicht mehr bei ihm oder ihr geschlafen hat. Alltägliches aneinandergereiht.

 Die Schwierigkeit ist, mit dem Geschriebenen Emotionen hervorzurufen. Das Gefühl, wie die Polizistin die Wärme des Feuers genießt. Den Ärger nachzuempfinden, wenn eine Figur nicht ausreden darf.

Eine Geschichte besteht nicht aus der einen, universellen Idee. Es ist eine Ansammlung vieler Einzelteile, die man gesehen, gerochen, gefühlt, gehört oder gelesen hat. Alles zusammen ergibt das Buch. Zusammenhanglose Schilderungen von Situationen, Erzählungen vom Lagerfeuer. Wie ich daraus den Faden spinne, wird nächste Woche das Thema sein.

 Bis dahin,

euer Karel

PS: Kommentare sind natürlich erwünscht.

Facebook Comments